"Aktuell Nachgefragt"...

... bei den Kandidat*innen Klaus-Michael Glaser (CDU), Jacqueline Bernhardt (Die Linke) und Stefan Sternberg (SPD) zur Landratswahl am 27.05.2018 im Landkreis Ludwigslust-Parchim

Frage: Welchen Stellenwert hat die Kinder- und Jugendarbeit in ihrem bisherigen politischen Wirken und welchen Stellenwert wird diese in ihrer Tätigkeit als künftiger Landrat haben?

 

Stefan Sternberg (SPD):

"Mein politisches Wirken begann vor 20 Jahren mit der Kinder- und Jugendarbeit als ich den Kinder- und Jugendrat in Grabow gründete, um den Belangen von Kindern und Jugendlichen mehr Gehör zu verschaffen. Diesem Motto bin ich immer treu geblieben. Mittlerweile bin ich Vorsitzender der größten Kinder- und Jugendorganisation im Land, der Landessportjugend und auch mit meiner Arbeit als Vorsitzender des Kultur- und Bildungsausschusses des Kreistages liegt ein großer Fokus auf der Arbeit mit und für Kinder und Jugendliche. Die Kinder- und Jugendarbeit wird daher für mich als Landrat einen sehr großen Stellenwert in meinem Wirken haben. Versprochen!"

 

Jacqueline Bernhardt (Die Linke):

"Als Landtagsabgeordnete für den Bereich und als Jugendhilfeausschussvorsitzende im Landkreis war, ist und wird die Kinder- und Jugendarbeit ein Schwerpunkt meiner Tätigkeit sein. Mit Hilfe der Kinder- und Jugendarbeit können Kinder und Jugendliche begleitet und in ihrer Entwicklung unterstützt werden. Problemen in der Entwicklung, aber auch in persönlichen Bereichen, kann durch gezielte Vermittlung in Hilfssysteme frühzeitig entgegengewirkt werden."

 

Klaus-Michael Glaser (CDU):

"Meine erste Funktion als 15-Jähriger war die des Delegierten im Gemeindejugendring Rosengarten. In der Gemeinde Pinnow fördere ich gemeinsam mit den anderen Gemeindevertretern die neugebildete Jugendfeuerwehr, den ständig erweiterten Kindergarten und die Sportmöglichkeiten sowie die kirchliche Jugendarbeit.  Ein Jugendtreff musste schon vor vielen Jahren mangels Nachfrage schließen.  Jugend ist die Zukunft unseres Landkreises. Ich will das Notwendige, das ich tun kann tun, um dem Jugendlichen eine schöne Jugend und eine Zukunft hier in ihrem Heimatland zu ermöglichen."

 

Frage: Wie kann, nach dem Auslaufen der ESF-Förderung, die Jugendarbeit und Jugendsozialarbeit im Landkreis Ludwigslust-Parchim finanziert werden?

 

Stefan Sternberg (SPD):

"Das wird eine der großen Aufgaben sein, die es zu bewältigen gilt, um die Jugendarbeit und Jugendsozialarbeit auf ihrem derzeit hohen Niveau halten zu können. Dies wird mit Sicherheit nur mit einer ehrlichen Aufgabenkritik aller Partner und der Inanspruchnahme aller greifbaren Ressourcen (hier sehe ich dann auch das Land in der Verantwortung) möglich sein. Ein weiteres Herunterbrechen der finanziellen Verantwortung auf die kommunale Ebene ist jedenfalls mit der derzeitigen Ausstattung der Kommunen nicht vorstellbar."

 

Jacqueline Bernhardt (Die Linke):

Wir brauchen endlich ein klares Bekenntnis für die Jugend- und Schulsozialarbeit sowie ein konkretes Konzept zur Absicherung. Hierauf müssen sich Landes- und Kreisebene verständigen. Es geht darum, wer was finanziert und begleitet. Die jährliche Befristung der Arbeits- bzw. Förderverträgen von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern muss aufhören."

 

Klaus-Michael Glaser (CDU):

"Der Landkreis ist als Träger der Jugendhilfe zuständig. Gleichwohl sollte sich das Land Mecklenburg-Vorpommern an der Finanzierung beteiligen."

 

Frage: Mangelnde oder fehlende Mobilität sowie unzureichende Freizeitangebote im Landkreis sind ein Problem von Jung und Alt gleichermaßen. Welche Lösungsvorschläge und Ideen haben Sie?

 

Stefan Sternberg (SPD):

"Gegen die fehlende Mobilität wurde gerade erfolgreich das Rufbussystem und das SchülerFreizeitTicket eingeführt. Das war schon mal ein Schritt in die richtigeRichtung und sollte weiter ausgebaut werden. Ich glaube nicht, dass wir im Verhältnis zu anderen ländlichen Regionen weniger Freizeitangebote haben. Sie müssten häufig nur besser bekannt gemacht und vernetzt werden."

 

Jacqueline Bernhardt (Die Linke):

"Der Bereich der Jugendhilfeplanung im Landkreis muss endlich wieder innovativ und vorausschauend arbeiten. Angebotsstrukturen müssen von der Jugendhilfeplanung kontinuierlich geprüft und regional bewertet werden. Damit Jung und Alt die Angebote auch wahrnehmen können, müssen Bus und Bahn besser aufeinander abgestimmt sein, die Lücke in der Südbahn ist zu schließen und für Kinder und Jugendliche sollte der Bus grundsätzlich kostenfrei sein."

 

Klaus-Michael Glaser (CDU):

"Ich bin ein Befürworter  des freien Schülertickets . Unser ÖPNV muss besser mit dem Schweriner Nahverkehr zusammenarbeiten und mittelfristig mit dem HVV gemeinsame Tickets bieten. Die Südbahn halte ich für wichtig. Ich setzte mich für ein geringeres Fahrerlaubnisalter und für Fahrradstreifen zur besseren Sicherheit der Radfahrer ein."

 

Frage: Fachkräfte verlassen häufig die ländlichen Gebiete, so auch den Landkreis Ludwigslust-Parchim. Was wollen Sie konkret tun, um die gut ausgebildeten Fachkräfte in der Kinder- und Jugendarbeit hier zu halten?

 

Stefan Sternberg (SPD):

"Diese Abwanderung erfolgt aus meiner Erfahrung häufig von befristeten in unbefristete Beschäftigungsverhältnisse, was gerade im Bereich der Kinder- und Jugendarbeit in der Abhängigkeit von Fördermitteln und öffentlichen Haushaltsmitteln seine Ursache hat. Mit der Umsetzung des Koalitionsvertrages im Bereich Befristungen werden sich deutliche Verbesserungen ergeben. Zum anderen ist es wichtig eine gute Infrastruktur in allen Bereichen vorzuhalten bzw. diese zu verbessern, damit Fachkräfte mit ihren Familien nicht abwandern. Denn da wo neben einer sicheren und gut bezahlten Arbeit auch die Rahmenbedingungen stimmen, fällt es schwerer seine Zelte einfach abzubrechen."

 

Jacqueline Bernhardt (Die Linke):

"In der Kinder- und Jugendarbeit haben wir einen Fachkraftmangel, was weniger auf den demographischen Faktor zurückzuführen ist, sondern auf die schlechten Arbeitsbedingungen: jährlich befristete Arbeitsverträge, jährliches Bangen, ob der Finanzierung, hoher Verwaltungsaufwand etc. Wir brauchen daher nicht nur eine Initiative für eine verstärkte Ausbildung von mehr Fachkräften, sondern eine konkrete Verbesserung der Arbeitsbedingungen. Nur wenn wir es schaffen, die Arbeitsfelder der Kinder- und Jugendarbeit und der Jugend- und Schulsozialarbeit attraktiv zu gestalten und finanziell abzusichern, nur dann können wir dem Fachkräftemangel konkret entgegenwirken."

 

Klaus-Michael Glaser (CDU):

"Faire Arbeitsbedingungen und Gehälter. Die Schulsozialarbeit sollte vom Land fest übernommen werden, um flächendeckende und verlässliche Schulsozialarbeit zu sichern."

 

Frage: Wie sieht eine jugend- und damit auch familienfreundliche Standortpolitik für Sie im Landkreis Ludwigslust-Parchim aus?

 

Stefan Sternberg (SPD):

"Jugend- und familienfreundliche Standortpolitik muss verbindlich sein. Verbindlich mit dem ausreichenden Vorhandensein von Kita-Plätzen, gut erreichbaren Schulstandorten, Vielfalt in der Schullandschaft, bezahlbarem Wohnraum, guter Infrastruktur im öffentlichen Verkehr als auch dem Straßenausbau, einer Vielfalt von kulturellen und Freizeitangeboten und selbstverständlich der Möglichkeit in diesem Umfeld auch seinen Lebensunterhalt verdienen zu können."

 

Jacqueline Bernhardt (Die Linke):

"Eine jugend- und familienfreundliche Standortpolitik beginnt für mich damit, dass die Menschen jeden Alters in politische Entscheidungsprozesse eingebunden werden und in wichtigen Entscheidungen mitbestimmen können, beispielsweise in Bürgerforen. Familienfreundlich heißt aber auch, ausreichend verbindliche und freiwillige Angebote, wie zum Beispiel Kitaplätze vorzuhalten oder zu schaffen, damit der Spagat zwischen Familie und Beruf gelingen kann."

 

Klaus-Michael Glaser (CDU):

"Wir brauchen wohnortnahe Arbeitsplätze, gute Breitbandanbindung, um von zuhause arbeiten zu können, gute Pendlerbedingungen und ausreichend finanzierte Gemeinden, die mit ihren Angeboten Jugend und Familien halten können."

 

Frage: Der Kreisjugendring Ludwigslust-Parchim e.V. ist die Interessenvertretung für die Jugendarbeit im Landkreis Ludwigslust-Parchim. Wie stellen Sie sich die künftige Arbeit sowie die Ausstattung des Kreisjugendrings sowie die der übrigen Jugendverbandsarbeit unserem Landkreis vor?

 

Stefan Sternberg (SPD):

"Ich habe bislang durch meine ehrenamtliche politische Arbeit immer einen guten Kontakt zum Kreisjugendring Ludwigslust-Parchim e.V. gehabt und möchte dies auch zukünftig so halten. Handlungsbedarfe kann man eben nur erkennen, wenn man im Gespräch bleibt und die Bedeutung der Kinder- und Jugendarbeit anerkennt und fördert. An diesem Ansatz wird es für mich auch zukünftig keine Abstriche geben."

 

Jacqueline Bernhardt (Die Linke):

"Die Mittel für den Kreisjugendring haben wir in den letzten Jahren richtigerweise aufgestockt. Grundsätzlich muss die Kommunikation und Zusammenarbeit mit den Vereinen und Verbänden intensiviert werden. Vereine und Verbände bereichern nicht nur die politische und kulturelle Landschaft, sie sind auch Sprachrohre für Menschen mit unterschiedlichen Interessen, Problemen und Intensionen."

 

Klaus-Michael Glaser (CDU):

"Über die künftige Arbeit entscheidet der Kreisjugendring autonom. Über die Ausstattung entscheidet der Kreistag unter Abwägung mit anderen freiwilligen Aufgaben. Als Landrat würde ich die Notwendigkeit und Sinnhaftigkeit des Kreisjugendrings in die Debatte führen und für seine aufgabengerechte Finanzausstattung werben."

 

(Die Fragen stellte der KJR am 01.02.2018 per E-Mail. Angefragt waren die Kandidat*innen von CDU, Die Linke und SPD. Vielen Dank den Kandidat*innen für die Antworten)

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