Wie wird man Erfinder

Kurzfassung eines Vortrages an der PANAK Parchim

 

von Dr.sc.techn. Dieter Herrig, Problemanalytiker, Schwerin

 

 Erfinder wird man,
      -       wenn man es will
      -       wenn man es kann.

 Erfinden will man,

           -         wenn ein Bedürfnis/ein Bedarf vorliegt

            („Ich brauchte dringend etwas, was es (so) noch nicht gibt !“)

      -       wenn man einen Mangel erkennt

             („Schiet ! So kann das doch nicht bleiben !“)
      -       wenn man einen Widerspruch beheben will

            („Es muss doch gehen, ohne dass/obwohl/trotz …“)

       -       wenn man einen Weltrekord aufstellen will

             (Jedes Patent beschreibt etwas, was die Welt noch nicht gesehen

             hat oder so nicht für möglich gehalten hat - das ist ein Weltrekord.)

 

Erfinden kann ein Jeder,

      -       auch wenn man ein Kind ist

           (Suzie A. (US), 7 Jahre, erfand einen „Reihenordner und Reihenbewahrer“ für

           Kindergarten-Kinder;

           Gilbert G. (DE), 10 Jahre, erfand einen „Zu erwärmende Sitz“, insbesondere

            als Fahrradsattel (Guinness-Rekord)

      -       insbesondere, wenn man Erfindungs-Methoden kennt.

 

Erfindungs-Methoden sind insbesondere

      -       das Abstrahieren, also das Weglassen von Unwesentlichem zum Hervorheben

           von Wesentliche

           (Abstrakt gesehen sind beispielsweise Bierflaschenverschlüsse, Kolbenmotoren

            und Regenschirme gleichartig, denn immer wird eine Drehung in eine

            Schiebung oder eine Schiebung in eine Drehung gewandelt, und zwar mit

            einer Schubkurbel.)

      -       das Kombinieren, also das wahlweise Benutzen verschiedener

           Möglichkeitenfür jedes Teilobjekt oder jede Teilfunktion

           (Kombinierbar sind bei Autos beispielsweise mechanischer oder chemisch

           physikalischer oder elektrischer Antrieb mit Rädern oder Ketten oder Kufen

            als Abtrieb.)

 

Die wichtigste Abstraktions-Methodik stammt von dem Ingenieur

Genrich Saulowitsch Altschuller (Sowjetunion, ab 1950):

Er formulierte etwa 40 Regeln für das Erfinden, beispielsweise:

      -       Wenn es so nicht geht, dann versuche es mit dem Gegenteil

      -       Wenn es so nicht geht, dann versuche die Umgebung zu ändern

      -       Wenn es so nicht geht, dann versuche es wie die Natur

Einzelheiten s. „TRIZ“ im Internet.

 

Die wichtigste Kombinations-Methodik stammt von dem Astronom

Fritz Zwicky (Schweiz, ab 1950):

Er schlug ein Schema aus abstrakten und konkreten Merkmalen vor:

      -       abstraktes Merkmal 1: konkret 11 konkret 12 konkret 13 … konkret 1m

      -       abstraktes Merkmal n: konkret n1 konkret n2 konkret n3 … konkret nm

Wenn n = 10 und m = 10, dann entstehen 10 hoch 10 = 10 Milliarden (!)

Lösungsvorschläge !

Kleines Beispiel für n = 3 und m = 3: „Automobil“

            Antrieb: Verbrennungsmotor Elektromotor Schwungmotor

            Übertragung: kein Getriebe, Zahnradgetriebe, Reibradgetriebe

            Abtrieb: Räder, Ketten, Kufen

Einzelheiten s. „Morphologisches Schema“ im Internet.

 

Literatur zum Erfinden:

Orloff, M.A. -> Grundlagen der klassischen TRIZ

Theorie der Lösung von Erfindungsaufgaben

3. (oder spätere) Auflage

Berlin, …: Springer 2006

 

Zobel, D.-> Systematisches Erfinden

Methoden und Beispiele für den Praktiker

5. (oder spätere) Auflage)

Renningen: Expert 2009

 

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