Dienstag, 16. Mai 2017, 14.05 - 15.05Uhr
Kreisverwaltung / Solitärgebäude, Parchim


"Warum müssen alle Menschen sterben"
Herr Dr. med. Christian Müller-Grotrian, Chefarzt der Asklepios Klinik Parchim

 

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"Der Traum von ewiger Jugend und ewigem Leben ist so alt wie die Menschheit. Dieser Traum hat sich in der Kunst immer wieder auch in Vorstellungen von Jungbrunnen bzw. Verjüngungsmühlen niedergeschlagen.

Der Mythos von der Unsterblichkeit der Seele, vom Karma und von der Auferstehung bzw. der Reinkarnation findet sich in alten Legenden und in allen Religionen. Unsterblich und dann? Wäre es überhaupt erstrebenwert, keinen natürlichen Tod mehr fürchten zu müssen? Könnten wir unser Leben dann noch genießen? Und wären die Alten und Uralten noch erwünscht bei ihren vielen Nachfahren?

Wir sollten uns von diesem Traum verabschieden, denn die Natur hat im Bauplan des Lebens, den wir Evolution nennen und der von Charles Darwin vor 150 Jahren entdeckt wurde, ein ewiges Leben nicht vorgesehen, Die Jugend lebt in den Nachkommen fort.

Die Alterung ist in den Genen jeder Körperzelle festgelegt. Bei jeder Zellteilung verkürzen sich an den Chromosomen die endständigen Telomere und nach einer gewissen Zahl an Teilungen und der Telomerenverkürzung wird der programmierte Zelltod eingeleitet. Diesen Vorgang nennen wir Apoptose.

Die natürliche Lebensdauer ist  für jede Art von Lebewesen  -Einzeller, Pflanzen, Tiere und Mensch-  in ihrem Bauplan festgelegt. Es gibt Pflanzen- (Bäume) und Tierarten, die sehr viel älter als Menschen und weit über tausend Jahre alt werden können, wenn sie nicht zuvor erkranken.

Durch die Fortschritte der Medizin ist das durchschnittliche Lebensalter der Menschen in Deutschland, das noch am Anfang des vergangenen Jahrhunderts durch die hohe Kindersterblichkeit noch bei 35 Jahren lag, inzwischen bei etwa 80 Jahren. Die Wahrscheinlichkeit, dass ein Mensch jemals älter als 125 Jahre wird, ist aber extrem gering.

In begrenztem Maße kann jeder Mensch durch seine Lebensweise seine Lebensdauer beeinflussen. Jeder kann selbst entscheiden, ob er durch eine gesunde und geruhsame Lebensweise ein höheres Alter erreichen will oder seine Lebensdauer durch eine ungesunde, gefährliche (Extremsportler) und hektische Lebensweise vorzeitig verkürzt. Alle möchten älter werden, aber keiner alt und obwohl sich jeder vor dem Tod fürchtet, dürfte der Abschied nach einem arbeitsreichen und erfüllten Leben leichter fallen.

Der Tod gehört zum Leben wie die Geburt. Das Leben ist etwas Einmaliges, ein Geschenk, deshalb sollten wir jeden Tag so leben, als wäre er unser letzter."

Kreisjugendring
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Markus von Jan

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