"Aktuell nachgefragt"...

... am 20.04.2015 bei den Kandidat*innen zur Bürgermeisterwahl in Plau am See

 

Frage: "Der Landesjugendring Mecklenburg-Vorpommern e.V. hat auf seiner Vollversammlung gefordert, die Beteiligung von Kindern und Jugendlichen gesetzlich zu verankern. Wie stehen Sie prinzipiell zu Kinder- und Jugendbeteiligung und wie könnte Beteiligung in Plau am See unter Ihnen als Bürgermeister*in aussehen?"

 

Norbert Reier:

"Ich würde es sehr begrüßen, wenn auch Kinder und Jugendliche sich für die Entwicklung ihrer Stadt mit einbringen und gemeinsame Interessen bekunden. Leider ist aus Sicht der Organisation der Kinder und Jugendlichen es etwas problematisch, da bisher kein Mitwirkungsinteresse signalisiert wurde. Das nur rechtlich vorzuschreiben, halte ich für wenig zweckmäßig. Ich könnte mir durchaus vorstellen über einen Jugendbeirat, wenn der Wunsch bei den Jugendlichen besteht, als beratendes Organ der Stadtvertretung mehr Einfluss auf die Entwicklung der Stadt Plau am See zu nehmen. Im Jugendbeirat könnten Vertreter von Vereinen und Verbänden mitwirken, die die Interessen der Kinder und Jugendlichen vertreten."

 

Anke Pohla:

"Prinzipiell halte ich Kinder- und Jugendbeteiligung für äußerst sinnvoll, da Kinder und Jugendliche genau wie Senioren spezielle Ansichten und Interessen haben. Außerdem ist die junge Generation unsere Zukunft und Nutznießer oder „Leidtragende“ der jetzigen Politik. Es muss also jetzt darum gehen, die Stadt und das (Zusammen-)Leben für die Zukunft gemeinsam zu gestalten und für die Bedürfnisse und Lebenssituationen von Kindern und Jugendlichen offene Ohren und wache Augen haben. Kinder- und Jugendforen zu verschiedenen Themen zu organisieren, halte ich für sehr sinnvoll. Dafür werde ich mich einsetzen."

 

Frage: "Welche Herausforderungen sehen Sie in naher Zukunft auf die Jugendsozialarbeit bzw. auf die Schulsozialarbeit in Plau am See zukommen?“

 

Norbert Reier:

"Die Stadt Plau am See hat seit Jahren einen Jugendpfleger und eine Schulsozialarbeiterin in der Ganztagsschule am Klüschenberg beschäftigt. Trotz schwieriger Haushaltslage haben wir an der freiwilligen Aufgabe festgehalten, da die Ergebnisse der Arbeit langfristig gesehen den Aufwand belohnen. Mit unseren Jugendclub, der zunehmen auch den Charakter eines Mehrgenerationshauses entspricht und der Jugendstiftung versuchen wir ein qualitativ gutes Angebot vor Ort zu sichern. Der Jugendpfleger unterstützt gleichzeitig die Bürgermeister der Amtsangehörigen Gemeinden bei der Beantragung von Fördermitteln für die Jugendarbeit."

 

Anke Pohla:

"Unser Jugendpfleger im Freizeitzentrum und unsere Schulsozialarbeiterin arbeiten sehr gut, vor allem arbeiten sie zusammen. Gerade die Vernetzung von Schule, Eltern und Sozialarbeit ist eine wichtige Basis, wenn die sozialpädagogischen Angebote nachhaltig wirken sollen. Diese Verzahnung gilt es zu fördern. Wir müssen darauf achten, dass alle Schülerinnen und Schüler, also gerade die, die in schwierigeren Situationen leben, nach der Schule einen guten Übergang ins Berufsleben schaffen. Auch Medienkompetenz sowie der Zugang zu kulturellen und Freizeitangeboten sind entscheidende Themen."

 

Frage: "In den Zeiten knapper kommunaler Kassen wird überall gespart. Wo darf bei der Arbeit mit Kindern und Jugendlichen, ihrer Meinung nach, nicht gespart werden?"

 

Norbert Reier:

"Die Stadt Plau am See ist immer bemüht gewesen die Infrastruktur für die Kinder und Jugendlichen in guter Qualität vorzuhalten. Dazu gehören ausreichend Kitaplätze mit guten Angeboten der frühkindlichen Bildung. Gute Lernbedingungen in den Schulen und eine gute außerschulische Betreuung im Hort. Für die Freizeit gibt es viele Vereine und Verbände, die angefangen beim Krümelturnen in den Sportvereinen, den Löschzwergen bei der Jugendfeuerwehr bis hin zu den Angeboten der Ganztagsschule mit entsprechenden Kursangeboten z.B. Junge Imker, viele Bildungsangebote vermitteln. Ergänzung finden die Angebote mit der Arbeit des Jugendpflegers im Jugendclub. Der Bauhof der Stadt und die Verwaltung bemühen sich die Spielplätze in einem ordnungsgemäßen Zustand zu behalten. An dieser vorgehaltenen Infrastruktur sollte nicht mehr gespart werden."

 

Anke Pohla:

"Sparen im Kinder- und Jugendbereich ist grundsätzlich der falsche Weg. Bildung und Erziehung sind das Fundament für eine erfolgreiche Lebensgestaltung für jeden jungen Menschen. Insofern muss es darum gehen, dass für alle Kinder gerechte Chancen auf Bildung und Förderung bestehen. Auch wenn es in Plau ein gutes schulisches Angebot und zahlreiche Vereine mit Jugendabteilungen gibt, die eine hervorragende Arbeit leisten – Jugendsozialarbeit fördert die soziale Gerechtigkeit. Sie langfristig zu sichern, ist eine wichtige Investition in die Zukunft."

 

(Die Fragen stellte der KJR am 20.04.2015 per E-Mail. Angefragt waren alle Kandidat*innen. Vielen Dank den Kandidat*innen für die Antworten)

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