"Aktuell nachgefragt"...

... am 20.04.2015 bei den Kandidat*innen zur Bürgermeisterwahl der Stadt Parchim

 

Frage: "Der Landesjugendring Mecklenburg-Vorpommern e.V. hat auf seiner Vollversammlung gefordert, die Beteiligung von Kindern und Jugendlichen gesetzlich zu verankern. Wie stehen Sie prinzipiell zu Kinder- und Jugendbeteiligung  und wie könnte Beteiligung in Parchim unter Ihnen als Bürgermeister*in aussehen?"

 

Sebastian Glanz:

"Ich würde mich sehr freuen, wenn die Kinder und Jugendlichen sich mehr in die Politik der Stadt mit einbringen. Junge Menschen gehen viel unbeschwerter an viele Dinge ran, das kann nur ein Gewinn sein. Ich könnte mir für Parchim sehr gut ein Jugendparlament vorstellen, wo Kinder- und Jugendliche in wichtige Entscheidungsprozesse mit eingebunden werden und auch ein Rederecht in der Stadtvertretung bekommen."

 

Dirk Flörke:

"Ich bin ein absoluter Fan von Bürgerbeteiligung. Der zeitweilige Ausschuss Bürgerhaushalt, welchen ich als Vorsitzender beiwohne, hat ganz aktuell eine „Leitlinie Bürgerbeteiligung in der Stadt Parchim“ erstellt, welche derzeit alle Ausschüsse bis hin zur Stadtvertretersitzung zur Abstimmung durchläuft. Diese beinhaltet neben vielen Formen der Bürgerbeteiligung, auch eine breite öffentliche Kommunikationskultur. Daher wurden in diesem Papier u.a. auch Schulbesuche mit Informationen und Diskussionen zu Fragen von Stadtpolitik und Bürgerbeteiligung berücksichtigt. Die Leitlinie wurde mit dem Ziel erstellt, alle Bürger, dazu gehören auch Kinder- und Jugendliche, an Vorhaben, welche in ihrem eigenen Interessenbereich liegen, anzuhören. Aus diesem Grund unterstütze ich natürlich auch Ihre Forderung für mehr Beteiligung von Kindern und Jugendlichen."

 

Birgit Alisch:

"Kinder und Jugendliche betrachten die Welt mit anderen Augen als Erwachsene. Sie haben ihre eigenen Vorstellungen und Bedürfnisse. Gespräche mit Kindern und Jugendlichen, ihre Ideen und Sichtweisen helfen mir meinen Blickwinkel zu überdenken und zu verändern. Deshalb setze ich mich als Bürgermeisterin für eine projekt- bzw. anlaßbezogenen Beteiligung von Kindern und Jugendlichen ein. Kinder und Jugendliche erhalten die Gelegenheit bei ganz konkreten Vorhaben, die stark vom ihrem persönlichen Bezug abhängig sind, ihre Wünsche und Interessen einzubringen."

 

Frage: "Welche Herausforderungen sehen Sie in naher Zukunft auf die Jugendsozialarbeit bzw. auf die Schulsozialarbeit in der Stadt zukommen?“

 

Sebastian Glanz:

"Wir haben das Problem, dass die Jugend abwandert. Da muss sich die Stadt mehr mit der Jugend befassen und Ihnen Gehör verschaffen. Nur so können wir gemeinsam daran arbeiten, dass die Jugend hierbleibt oder den Weg wieder zurückfindet. In der Schulsozialarbeit müssen wir mehr darauf achten, dass es ein gesellschaftliches Miteinander gibt und auch die Integration weiter voranschreitet."

 

Dirk Flörke:

"Bei diesem Thema denke ich zunächst an die Herausforderungen hinsichtlich der zunehmenden Asylbewerber- und Flüchtlingszahlen, wobei mindestens 1/3 unter 14 Jahre sind. Hier gilt es seitens der Stadt auch die Beschulung sicher zu stellen. Dabei werden wir nicht ohne eine entsprechende Jugendsozialarbeit oder auch Schulsozialarbeit auskommen. Diese wird gerade hier einen wichtigen Stellenwert einnehmen, denn Schlüsselfaktoren für eine gute Integration sind Aufklärung und Sprache. Neben dem leistet die Jugendsozialarbeit auch einen wichtigen Beitrag, wenn es um die soziale Benachteiligung geht. Dabei werden Kinder und Jugendliche mit schlechteren Startchancen von der Sozialarbeit unterstützt und begleitet. Diese wichtige Arbeit ist gar nicht wegzudenken."

 

Birgit Alisch:

"Angesichts der steigenden Zahl von Kindern und Jugendlichen mit Migrationshintergrund und der vor uns liegenden Aufgabe der Gestaltung von inklusiven Schulen sehe ich als größte Herausforderung die finanzielle Sicherstellung der Jugend- und Schulsozialarbeit in der Stadt an. Das ist  die Voraussetzung, damit u.a. unsere Streetworkerin weiterhin ihre unverzichtbare Arbeit in der Stadt leisten und in jeder Schule eine Schulsozialarbeiterin tätig sein kann."

 

Frage: "In den Zeiten knapper kommunaler Kassen wird überall gespart. Wo darf bei der Arbeit mit Kindern und Jugendlichen, ihrer Meinung nach, nicht gespart werden?"

 

Sebastian Glanz:

"Ich denke es ist allgemein ein Fehler bei „sozialen Dienstleistungen“ zu sparen, sei es nun bei Vereinen oder bei der Jugendarbeit. Die Jugend ist unsere Zukunft und in diese müssen wir investieren, sonst stirbt Parchim irgendwann aus."

 

Dirk Flörke:

"Wenn es um Kinder und Jugendliche geht, sollte grundsätzlich nie gespart werden, denn Ziel sollte es immer sein, der nachwachsenden Generation einen guten Start ins Leben zu ermöglichen. Ich denke, dass die Stadt Parchim bei der Ausstattung hinsichtlich der Kitas, Schulen und Sporthallen sehr gut aufgestellt ist. Darüber hinaus hält sich die Stadt das „Haus der Jugend“ vor und bietet so den Kindern und Jugendlichen ein umfangreiches Angebot an Aktivitäten. Dazu gehören auch die Ferienfreizeit oder auch das Winterlager, welches die Stadt ebenfalls finanziell unterstützt. Nicht zu vergessen die Wichtigkeit des vielseitigen Vereinslebens hier in Parchim, gerade im Hinblick auf die Sportangebote. Ziel wird es immer sein, diesen Standard zu halten und wo immer möglich die Kinder- und Jugendarbeit zusätzlich zu unterstützen."

 

Birgit Alisch:

"Bei der Kinder-und Jugendarbeit sollte nicht gespart werden, denn unsere Kinder werden Erwachsene sein, die die Geschicke unserer Gesellschaft bestimmen und uns an den Werten messen, die sie von uns lernten. Als Bürgermeisterin werde ich alle Anstrengungen unternehmen, Bündnisse und Förderer suchen, damit die in Parchim gewachsene Angebote an qualitativer Kinder- und Jugendarbeit in städtischen Einrichtungen, Einrichtungen anderer Träger und Vereinen bedarfsgerecht erhalten bleiben"

 

(Die Fragen stellte der KJR am 20.04.2015 per E-Mail. Angefragt waren alle Kandidat*innen. Vielen Dank den Kandidat*innen für die Antworten)

Kreisjugendring
Ludwigslust-Parchim e.V.
Dragonerstr.1
19370 Parchim

 

Markus von Jan

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