"Aktuell nachgefragt"...

... am 20.04.2015 bei den Kandidat*innen zur Bürgermeisterwahl in Lübz

 

Frage: "Der Landesjugendring Mecklenburg-Vorpommern e.V. hat auf seiner Vollversammlung gefordert, die Beteiligung von Kindern und Jugendlichen gesetzlich zu verankern. Wie stehen Sie prinzipiell zu Kinder- und Jugendbeteiligung  und wie könnte Beteiligung in Lübz unter Ihnen als Bürgermeister*in aussehen?"

 

Gudrun Stein:

"Die Beteiligung von Kindern und Jugendlichen bei der Planung und Durchführung von Projekten im kommunalen Bereich ist aus meiner Sicht eine gute Möglichkeit, sie für das Leben in der Kommune zu interessieren. Gleichzeitig lernen sie am praktischen Beispiel die Möglichkeit der Bürger zur Mitgestaltung des kommunalen Lebens kennen. Ein Beispiel ist die Beteiligung der Schüler der Regionalen Schule  an der Planung des zukünftigen Außenbereiches (Schulhof) nach Abschluss der begonnenen Sanierungsarbeiten."


Astrid Becker:

"Kinder- und Jugendbeteiligung ist wie auch die Beteiligung anderen Bevölkerungsgruppen zum Beispiel Senioren für die Entwicklung einer Stadt wichtig. Die Belange aller Einwohner müssen bei Entscheidungen berücksichtigt werden, die darüber hinaus transparent für alle sein sollten. Vor dem Hintergrund der demografischen Entwicklung und der Abwanderung aus unserer Region ist Kinder- und Jugendpolitik immer auch Minderheitenpolitik, weil deren Anteil an der Gesamtbevölkerung auf unter ein Fünftel gesunken ist.  Die Bedürfnisse und Rechte der Minderheiten sind in jeder Demokratie wichtiges Potential für die wirtschaftliche und gesellschaftliche Entwicklung. Alle Kräfte in der Stadt und der Region müssen deshalb zusammenwirken, um der Jugend hier eine lebenswerte Zukunft und Entwicklungschancen zu bieten. Ich kann mir ein Jugendparlament als Beteiligungsformt vorstellen. Aus der Erfahrung vieler Versuche, ist es nur dann erfolgreich, wenn es einen eignen Haushalt hat über den es beschliessen und verfügen kann. Der Aufbau eines solchen braucht Zeit."


Frage: "Welche Herausforderungen sehen Sie in naher Zukunft auf die Jugendsozialarbeit bzw. auf die Schulsozialarbeit in Lübz zukommen?“


Gudrun Stein:

"In der Schulsozialarbeit wird die Inklusion eine Herausforderung sein. Auch die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen aus Flüchtlingsfamilien wird sicher ganz neue Anforderungen in diesem Bereich mit sich bringen."


Astrid Becker:

"Als Schwerpunkt gilt es generell die Schulabbrecherzahlen zu reduzieren, um möglichst vielen Jugendlichen den reibungslosen Übergang von der Schule in den Beruf zu ermöglichen und eine eigenständige Lebensgestaltung zu sichern. Bei den jüngeren Schüler/innen wird die Stärkung der sozialen Kompetenzen im Mittelpunkt stehen müssen. Es gilt familiäre und elterliche Anregungsdefizite zu kompensieren und Kooperationsfähigkeiten zu fördern. Insgesamt wird auch das Thema „Umgang mit neue sozialen Medien“ einen großen Bereich einnehmen. Eine weitere wichtige Herausforderung ist auch das Finden und Halten von qualifizierten Fachkräften für den erzieherischen Bereich, es sind jetzt schon unbesetzte Stellen im Landkreis vorhanden."

 

Frage: "In den Zeiten knapper kommunaler Kassen wird überall gespart. Wo darf bei der Arbeit mit Kindern und Jugendlichen, ihrer Meinung nach, nicht gespart werden?"


Gudrun Stein:

"Sicher ist es richtig, dass in Zeiten knapper Kassen gespart werden muss, aber zu sagen, wo bei der Kinder- und Jugendarbeit nicht gespart werden kann, würde im Umkehrschluss heißen, das in anderen Bereichen gespart werden kann. Das geht so einfach nicht! Vor Ort müssen unter Beteiligung aller gewählten Vertreter und der in der Kinder- und Jugendarbeit tätigen Prioritäten gesetzt werden. Das auch mit dem Ergebnis, eventuell andere Wege zu suchen, um das gesetzte Ziel zu erreichen."

 

Astrid Becker:

"Gar nicht! Gespart werden darf nicht bei der Betreuung und der Bildung der Kinder und Jugendlichen. Hier werden - neben dem Elternhaus - wichtige Grundlagen für die Entwicklung der nachfolgenden Generation gelegt. Auch ist die Möglichkeit der aktiven Freizeitgestaltung zum Beispiel auf Spielplätzen, im Sportverein oder im Mehrgenerationenhaus weiterhin zu gewährleisten. Hierzu sind alle Akteure einzubinden, um gemeinsam ehrenamtliches Engagement  durch effektive Kooperation von Landkreis und Stadt dauerhaft fördern zu können."

 

(Die Fragen stellte der KJR am 20.04.2015 per E-Mail. Angefragt waren alle Kandidat*innen. Vielen Dank den Kandidat*innen für die Antworten)

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