"Aktuell nachgefragt"...

... am 20.04.2015 bei den Kandidat*innen zur Bürgermeisterwahl der Stadt Hagenow


Frage: "Der Landesjugendring Mecklenburg-Vorpommern e.V. hat auf seiner Vollversammlung gefordert, die Beteiligung von Kindern und Jugendlichen gesetzlich zu verankern. Wie stehen Sie prinzipiell zu Kinder- und Jugendbeteiligung  und wie könnte Beteiligung in Hagenow unter Ihnen als Bürgermeister*in aussehen?"

 

Dietmar Spesshardt:

"Die Kommunalvertreter und der Bürgermeister einer Stadt oder Gemeinde haben auf ihrer Entscheidungsebene keinen gesetzgeberischen Einfluss um ihre berechtigte Forderung gesetzlich zu verankern.  Ich befürworte eine bessere Kinder- und Jugendbeteiligung ganz klar und eindeutig. Darüber hinaus stehe ich für eine stärkere Einbindung und Teilhabe aller Bürgerinnen und Bürger bei wichtigen Projekten der Stadt. Die schafft Akzeptanz und Transparenz. Die Ideen und Anregen aller Generation können somit auch direkt bei der Projektumsetzung einfließen.  Kinder und Jugendliche haben eine andere Betrachtungs- und Herangehensweise an Dinge, dies ergibt als Ergebnis  interessante  Lösungsansätze. Nicht zuletzt als Vater dreier Kinder konnte ich hier sehr positive Erfahrungen machen. Als Bürgermeister von Hagenow werde ich die stärkere Einbindung des Jugendbeirates intensiv vorantreiben."


Heike Schweda:

"Ich finde, Kinder und Jugendliche sollen ebenso an der Politik beteiligt werden wie erwachsene Menschen. Grade die Entscheidungen auf der kommunalen Ebene betreffen sie in einem hohen Maß. Ob dies nun die Stadtplanung, der Haushalt der Stadt, kulturelle Fragen oder ganz konkret Kinder- und Jugendpolitik ist: Ich wünsche mir eine starke Stimme von Kindern und Jugendlichen. Dies kann über eine direkte Beteiligung bei Planung geschehen, z.B. eigene Versammlungen im Wohnbereich, die durch den Jugendclub koordiniert werden können. Die Stadt Hagenow arbeitet seit Jahren mit einem Jugendbeirat der Stadt zusammen. Zusätzlich setze ich auch auf die direkte Beteiligung von nicht mandatierten jungen Menschen.

Sollte ich Bürgermeisterin werden werde ich auch an diesen Sitzungen teilnehmen und darauf achten, dass die Argumente in die Entscheidungen mit einfließen."


Thomas Möller:

"In der Stadt Hagenow gibt es einen Kinder- und Jugendbeirat, der durch die Gleichstellungsbeauftragte der Stadt betreut wird. Diesen möchte ich weiter fördern.

Denkbar wäre da für mich, eine regelmäßige Teilnahme und Teilhabe an Treffen des Beirates und Einbeziehung in Entscheidungsprozesse der Stadt. Durch meine langjährige Tätigkeit als Amtsjugendpfleger im Amt Boizenburg Land bin ich mir der Vielschichtigkeit von Wünschen, Problemen und auch anderen Sichtweisen der jungen Generationen bewusst. Dazu gehört an erster Stelle die Verlässlichkeit von gemeinsam erarbeiteten Konzepten und Zielstellungen.

Einen direkten Einfluss auf die gesetzliche Verankerung hat eine Kommune und somit ihr Bürgermeister aber nicht."

 

Frage: "Welche Herausforderungen sehen Sie in naher Zukunft auf die Jugendsozialarbeit bzw. auf die Schulsozialarbeit in der Stadt zukommen?“

 

Dietmar Spesshardt:

"In Hagenow und auch in anderen Orten werden die Problemlagen  in den einzelnen Familien und in den Schulen vielschichtiger und leider nimmt die Anzahl der belasteter jungen Menschen zu. Dies sind Herausforderungen, der wir uns als Gesellschaft gemeinsam stellen sollten. Zudem werden wir zukünftig mehr darauf achten müssen, dass die Dokumentationspflichten für die engagierten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Jugend-und Schulsozialarbeit nicht ausufern.  Ich sage ganz klar: Viel Zeit für die betroffenen Kinder und Jugendlichen in Hagenow. Der bürokratische Aufwand muss auf ein notwendiges Maß begrenzt werden. Auch bei uns wird sich die Anzahl der minderjährigen Flüchtlinge und Asylbewerber in der nächsten Zeit erhöhen. Es ist unbedingt notwendig diese Kinder und Jugendliche zu integrieren. Die dafür notwendigen finanziellen Mittel zur Verfügung zu stellen, ist eine weitere große Aufgabe."

 

Heike Schweda:

"Wir müssen zunächst die finanzielle Ausstattung der Schul- und Jugendsozialarbeit absichern – egal ob sie derzeit vom Bund oder Land gefördert wird. Hier stehen wichtige strukturelle Entscheidungen spätestens in vier Jahren an. Da werde ich mich auch überregional einbringen! Die nächste Herausforderung ist die Schulsozialarbeiter/in  Hagenow zu halten. Ich finde, jede Schule braucht mindestens eine/n Schulsozialarbeiter/in mit einer guten stundenmäßigen Ausstattung und genügend Sachmitteln. Das sieht auch in der Jugendsozialarbeit so aus!"


Thomas Möller:

"Außerhalb von Sport- und Kulturvereinen gibt es leider momentan nur wenige Angebote für Kinder und Jugendliche in unserer Stadt. Das Freizeithaus wird von sehr engagierten Mitarbeitern eines freien Trägers geführt und bietet sicher ein breit gefächertes Angebot. Trotzdem kann es natürlich nicht die Interessen Aller abdecken. Hier wäre die Jugendbegegnungsstätte „KON“eine Alternative. Dort gilt es den Finanzspielraum und somit die bedarfsgerecht Ausstattung deutlich zu verbessern. Da leider die Problemlagen in der jungen Bevölkerung immer weiter zunehmen, muss die präventive und aufsuchende Jugendarbeit eines der Hauptthemen der Stadt Hagenow im Bereich Kinder und Jugenarbeit sein. Hier wäre der Bedarf und die Finanzierungsmöglichkeiten zu prüfen."

 

Frage: "In den Zeiten knapper kommunaler Kassen wird überall gespart. Wo darf bei der Arbeit mit Kindern und Jugendlichen, ihrer Meinung nach, nicht gespart werden?"

 

Dietmar Spesshardt:

"Bei der Kinder- und Jugendarbeit sollte nicht gespart werden. Wir haben hier in Hagenow ein qualitativ gutes Angebot in diesem Bereich. Dieses gilt sowohl für die städtischen Einrichtungen und für die Einrichtungen weiterer Träger oder Vereine. Dies geschieht dankenswerter Weise vielerorts mit ehrenamtlichem Engagement. Um dieses Niveau halten und im besten Fall ausbauen zu können, werden wir zusätzliche Kooperation mit privatem Fördern aufbauen.  Für mich steht fest: Die Jugend ist unsere Zukunft. Und Investitionen in Zukunft zahlen sich immer aus!"


Heike Schweda:

"Wir dürfen in der Arbeit mit Kindern und Jugendlichen nicht sparen, die städtischen Mittel für die Jugendarbeit dürfen nicht gekürzt werden – im Gegenteil!! Die Kinder und Jugendarbeit setzen mit ihren freiwilligen und niedrigschwelligen Angeboten an den alltäglichen Bedürfnissen der Heranwachsenden an. Die Kinder und Jugendlichen sind unsere Zukunft und wir müssen investieren damit diese jungen Menschen in der Region bleiben."


Thomas Möller:

"Kinder- und Jugendarbeit lebt von qualifizierten und motivierten Mitarbeitern. Diese sind hauptamtlich aber nicht auf Dauer mit einem Mindestlohn zu bekommen, und wer Kinder- und Jugendarbeit nur auf Ehrenamt aufbauen will, spart am falschen Ende. Viel Mehr gilt es, die kommunalen Angebote und die der freien Träger wieder mehr miteinander zu vernetzen und die Zusammenarbeit wieder an den Stand im Altkreis Ludwigslust der 2000er heranzuführen. Aus meiner Sicht ist es dringend erforderlich die präventive Jugendarbeit mehr zu fördern, da starke Kinder und Jugendliche besser für die Herausforderungen des Lebens gewappnet sind."


(Die Fragen stellte der KJR am 20.04.2015 per E-Mail. Angefragt waren alle Kandidat*innen. Vielen Dank den Kandidat*innen für die Antworten)

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